Wird die Spionage-Wütigkeit von Personalern überschätzt?

/ Sonntag, Januar 10th, 2010 / No Comments »

Spion kommt aus dem Italienischen und bedeutet »Späher«. Und in den Unternehmen nehmen Personaler die wichtige Aufgabe wahr, sich um das Erspähen geeigneter Arbeitskräfte zu kümmern. Sicherlich gehört sehr viel mehr zum Tagesgeschäft der Personalabteilung, aber bleibt auch genug Zeit nach Kandidaten im Internet zu spähen bzw. auf Social-Media-Seiten zu suchen?

Die Recherche-Tätigkeit von Personalverantwortlichen
Da Personalverantwortliche eben mehr als nur Vakanzen zu besetzen haben, ist auch das Zeitbudget für eine umfangreiche Recherche von Bewerbern in den meisten Unternehmen (noch) nicht möglich. Aber machen wir uns nichts vor, viele Personaler gehören nicht der „Generation Internet“ an und die Skepsis gegenüber dem Medium des 21. Jahrhunderts ist nach wie vor nicht verblasst (natürlich nicht bei allen, aber ich meine bei vielen Personalverantwortllichen, nach dem Motto: Web 2.0 was ist das?). Was den Unternehmen auch noch in die Hände spielt, ist die derzeitige Situation am Arbeitsmarkt. Die Nachfrage nach Jobs ist größer als das Angebot. Auch wenn viele Unternehmer über einen Mangel an Fachkräften klagen, in der Praxis stellt das für mich oft die „Klapperei“ die zum Geschäft gehört und Bequemlichkeit sich nach den besten Nachwuchskräften umzusehen. Die Marktkräfte spielen also den Unternehmern (noch) in die Hände und somit ist das Auseinandersetzen mit Xing, Facebook, Twitter & Co. keine Pflichtübung.

Gerade der Mittelstand klagt über Nachwuchsschwierigkeiten, aber das ist auch hausgemacht. Bei den Jobmessen, die ich in den letzten Monaten besucht habe oder auf den Schwarzen Brettern an der Uni, es sind immer die gleichen (großen) Unternehmen, die suchen. Nun aber zum Thema dieses Beitrages, wie ausgeprägt ist die Recherchetätigkeit der Personalverantwortlichen? Dazu haben ich einen interessanten Artikel auf dem Blog recrutainment.de gefunden. Demnach ist die Recherchewütigkeit schwächer ausgeprägt wie gedacht. Trotz dessen wird das Internet sicherlich immer stärker ins Tagesgeschäft von Personalabteilungen integriert werden müssen, um die passenden Kandidaten zu finden. Und je nach Unternehmensphilosophie und –Kultur wird die Internet- bzw. Social-Media-Recherche schneller oder langsamer an Bedeutung gewinnen. Natürlich spielt auch die das Verhalten auf Teilmärkten (= Branchen) eine wichtige Rolle. Nach SEOs wird anders gesucht im Vergleich zu Backwarenverkäufern usw..

Kein Grund zur Entwarnung für Bewerber
Auch wenn Personaler zurzeit nicht jeden Bewerber im Internet „googlen“, die eigene Online-Reputation darf nicht außer Acht gelassen werden. Deshalb ist es wichtig den eigenen Namen auf den wichtigsten Social-Media-Webseiten zu sichern (also Xing, Facebook, LinkedIn). Auch wenn man selbst nicht auf all diesen Plattformen aktiv ist, der eigene Name kann nicht mehr missbraucht werden. Klug ist es auch noch den eigenen Familiennamen als URL zu sichern. Eine .de-Domain gibt es schon ab 6 Euro pro Jahr und das kann man sich sogar als Student leisten. Wenn schon der Name auf den wichtigsten Web-2.0-Seiten gesichert wurde und zudem auch der eigene Name als Domain gekauft wurde, ist ein wichtiger Baustein im Online-Reputationsmanagement positioniert. Aber es ist nur ein Baustein von vielen, denn das Internet vergisst nicht. In den nächsten Monaten werde ich darüber noch ausführlich berichten. Zur Beantwortung der Frage des Artikels, ob die Spionage-Wütigkeit von Personal überschätzt wird: Dies mag vielleicht aktuell der Fall sein, aber als Jobsuchender würde ich auf keinen Fall das Thema Online-Reputationsmanagement vernachlässigen.

Trends im HR-Management 2010
Video zu den Trends für Bewerber und Personalern 2010:In dem Interview betont Martin Poreda (GF von kununu.com) die Relevanz von Social Media Netzwerken für Fach- und Führungskräfte, rät Unternehmen Offenheit für Dialog und Präsenz im Internet zu zeigen und gibt einen Ausblick auf Recruiting-Trends.

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